Medikament gegen Fettleibigkeit senkt Diabetes-Risiko deutlich

Medikament gegen Fettleibigkeit senkt Diabetes-Risiko deutlich

Der Wirkstoff Semaglutid wurde in England und in den USA zur Behandlung von Fettleibigkeit zugelassen. Die Zulassung basierte auf den Ergebnissen aus klinischen Studien, nach denen das Medikament Körpergewicht in Verbindung mit einem Programm für einen gesunden Lebensstil um durchschnittlich etwa 15 Prozent senkte (aponet.de berichtete). „Solch ein Gewichtsverlust reicht aus, um viele Komplikationen der Adipositas zu behandeln oder zu verhindern, die die Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigen. Es ist ein Wendepunkt in der Adipositasmedizin“, sagte Dr. W. Timothy Garvey von der Universität Birmingham/Alabama, der neue Studienergebnisse auf der Jahrestagung der europäischen Forschungsgesellschaft für Diabetes in Stockholm präsentierte.

Fettleibigkeit erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes mindestens um das Sechsfache. Deshalb lag es nahe, zu untersuchen, ob Semaglutid dieses Risiko verringern könne. Dafür führten die Wissenschaftler eine Analyse der Daten aus zwei Studien mit Semaglutid durch, in denen Teilnehmer mit Übergewicht oder Adipositas entweder 20 oder 68 Wochen lang wöchentlich eine Injektion Semaglutid erhielten. Zusätzlich bekamen sie eine Beratung zur Ernährung und zu Bewegung. Anhand von Geschlecht, Alter, BMI, Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten errechneten sie das Risiko der Teilnehmer, in den nächsten zehn Jahren Diabetes zu bekommen. Dieses sank durch die Semaglutid-Behandlung von 18,2 Prozent zu Beginn auf 7,1 Prozent nach 68 Wochen, während es in der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhalten hatte, nur von 17,8 auf 15,6 Prozent gefallen war. Der Gewichtsverlust betrug mit Semaglutid durchschnittlich 17 und in der Kontrollgruppe 3 Prozent. Sowohl bei Personen mit Prädiabetes als auch bei jenen mit einem normalen Blutzuckerspiegel reduzierte Semaglutid das Risiko um einen ähnlichen Betrag.

Den größten Effekt hatte das Medikament in den ersten 20 Wochen: Das Risiko sank von 20,6 zu Beginn auf 11,4 Prozent in Woche 20. Bei denjenigen, die weiter behandelt wurden, sank es weiter auf 7,7 Prozent nach 68 Wochen. Bei Personen, die auf Placebo umgestellt wurden, stieg es in dieser Zeit dagegen auf 15,4 Prozent. Dies lässt vermuten, dass eine Dauerbehandlung mit Semaglutid erforderlich ist, um die Verringerung des Risikos beizubehalten.

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