EU und USA: Russland für Ausfall des Satellitennetzwerks KA-Sat verantwortlich

EU und USA: Russland für Ausfall des Satellitennetzwerks KA-Sat verantwortlich

Russland sei für den Ausfall des Satellitennetzwerks KA-Sat verantwortlich, teilte der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, mit. Auch die USA und Großbritannien sehen Russland hinter der Cyber-Attacke, die sich am 24. Februar 2022 eine Stunde vor dem Überfall russischer Truppen auf die Ukraine ereignete. Davon betroffen waren auch die Fernsteuerungen von Windkraftanlagen in Europa.

„Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten verurteilen zusammen mit ihren internationalen Partnern auf das Schärfste die böswilligen Cyberaktivitäten der Russischen Föderation gegen die Ukraine, die auf das von Viasat betriebene Satellitennetz KA-Sat abzielten“, heißt es in einer Mitteilung. Der Cyberangriff habe die Kommunikation mehrerer Behörden, Unternehmen und Nutzer in der Ukraine ausfallen lassen und damit die russische Invasion begünstigt. Auch seien von dem Netzwerkausfall mehrere EU-Mitgliedstaaten betroffen.

Borrell betonte vor diesem Hintergrund, Cyberangriffe auf die Ukraine, die sich auch gegen kritische Infrastrukturen richteten, könnten auf andere Länder übergreifen und die Sicherheit der Bürger Europas gefährden. Aus London heißt es, Recherchen britischer und US-amerikanischer Geheimdienste ergäben mit „ziemlicher Sicherheit“, dass der russische Militärgeheimdienst GRU hinter den Cyberangriffen auf ukrainische Regierungswebsites von Mitte Januar dieses Jahres stecke und ebenso der Angriff vom 24. Februar. Dieser sei wohl hauptsächlich auf das ukrainische Militär gerichtet gewesen, habe aber auch andere Viasat-Kunden betroffen. Die USA halfen der Ukraine mit Ausrüstung, um via Starlink in Internet zu kommen.

Am 24. Februar waren nach Angaben der IT-Sicherheitsfirma SentinelOne durch eine Wiper-Malware zehntausende Breitbandmodems des Satellitennetzwerk-Betreibers Viasat außer Betrieb gesetzt worden. Ein unbekannter Angreifer habe das interne Netzwerk ausgeforscht, sich einen privilegierten Zugang verschafft und von dort aus wichtige Daten im Speicher der Modems mit „destruktiven Anweisungen“ überschrieben. Zehntausende von Terminals wurden nach Angaben von Viasat unbrauchbar gemacht und hätten nicht repariert werden können.

Die britische Außenministerin Liz Truss sieht in dem Vorfall einen klaren Beweis für einen vorsätzlichen und böswilligen Angriff Russlands auf die Ukraine. Dieser habe erhebliche Folgen für normale Menschen und Unternehmen in der Ukraine und in ganz Europa gehabt. Die dänische Regierung weist darauf hin, dass in Mitteleuropa bis zu 5800 Windkraftanlagen betroffen gewesen seien

Die Europäische Union erwägt nun weitere Schritte, um „solches böswilliges Verhalten im Cyberspace zu verhindern“, wie es in der Mitteilung heißt. Die EU werde die Ukraine weiterhin koordiniert politisch, finanziell und materiell unterstützen, um ihre Widerstandskraft gegen Cyberangriffe zu stärken.


(anw)

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