Ernährung hat keinen Einfluss auf Gelenkerkrankungen

Ernährung hat keinen Einfluss auf Gelenkerkrankungen

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung bringt gesundheitliche Vorteile mit sich, zum Beispiel wirkt sie sich positiv auf die Psyche und das Herz-Kreislauf-System aus. Den Verlauf von Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems kann sie aber wohl nicht wirklich beeinflussen. Dies folgern Wissenschaftler aus der Auswertung von 24 systematischen Übersichtsarbeiten und 150 klinischen Studien zu dieser Fragestellung.

In den meisten Studien ging es um Arthrose und rheumatoide Arthritis, bei denen der Effekt unterschiedlichster Ernährungsweisen und Nahrungsergänzungsmittel untersucht worden war: tierische Produkte, bestimmte Diäten und Lebensmittel, Obst, Gemüse oder andere pflanzliche Nahrungsmittel, Mineralien, Vitamine und weitere. Einige der Studien umfassten auch nicht seltenere Erkrankungen wie systemischen Lupus erythematodes, Psoriasis-Arthritis, systemische Sklerose, Gicht oder axiale Spondyloarthritis.

Alle untersuchten Ernährungsmaßnahmen, darunter Probiotika, Vitamin D, Fischöl/Omega-3, Chondroitin, Glucosamin, Avocado und Sojabohnen, wirkten sich auf das Fortschreiten der Gelenkerkrankungen wenn überhaupt nur so geringfügig aus, dass es nicht zu einer „klinisch bedeutsamen“ Verbesserung kam – sich im Alltag also keine Effekte zeigten. Die Güte der Aussagekraft der Studien wurde zudem als gering bis höchstens mäßig eingeschätzt. Das bedeutet zum Beispiel, dass es zu wenige Untersuchungen gab, zu kleine Patientengruppen oder dass die Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen waren.

„Es gibt es auf der Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse keine einzige Ernährungsmaßnahme, die wesentliche Vorteile bringt“, schlussfolgern die Autoren. Dennoch raten sie dazu, sich gesund zu ernähren und vor allem nicht zu viel Gewicht zuzunehmen, denn Übergewicht wirkt sich bewiesenermaßen negativ auf Gelenkerkrankungen aus.

Quelle: DOI 10.1136/rmdopen-2021-002167

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