Bauchschmerzen durch frisches Obst?

Bauchschmerzen durch frisches Obst?

Verdauungsprobleme nach dem Verzehr von frischem Obst oder industriell hergestellten Süßspeisen können auf eine Unverträglichkeit oder Intoleranz gegenüber Fruchtzucker hindeuten. „Bei Menschen mit einer Fruktose-Unverträglichkeit kann der Körper lediglich eine begrenzte Menge Fruchtzucker durch die Zellen der Dünndarmschleimhaut aufnehmen. Beim Verzehr zu großer Mengen gelangt ein Teil der Fruktose in den Dickdarm, anstatt im Dünndarm ins Blut transportiert worden zu sein. Im Dickdarm übernehmen Bakterien den Stoffwechsel. Dies verursacht dann die Beschwerden. Obwohl viele Menschen von dieser Unverträglichkeit betroffen sind, bleibt die Ursache oft über längere Zeit unerkannt“, erklärt Dr. Utta Petzold, Allergologin bei der Krankenkasse Barmer.

Eine Fruktose-Unverträglichkeit kann mithilfe eines speziellen „H2-Atemtests“ diagnostiziert werden. Bei positivem Befund sollte man seine Ernährung unter ärztlicher Begleitung umstellen. Dabei wird zunächst für einige Wochen weitgehend auf Fruchtzucker verzichtet. Danach folgt eine Testphase, in der wenige fruchtzuckerhaltige Lebensmittel gegessen werden dürfen. „Um bei einer Fruktose-Unverträglichkeit herauszufinden, welche Lebensmittel gut und welche schlecht vertragen werden, wird genau dokumentiert, was man zu sich nimmt und ob beziehungsweise welche Symptome dies verursacht“, erklärt Petzold. Auch andere in den Nahrungsmitteln enthaltenen Inhaltsstoffe wie Glukose und Sorbit haben Einfluss auf die Fruktoseaufnahme im Dünndarm. Mit einem Beschwerdetagebuch lässt sich bestimmen, bei welchen Nahrungsmitteln der Darm unruhig wird.

Gesund essen trotz Fruktose-Unverträglichkeit

Menschen, die an einer Fruktose-Unverträglichkeit leiden, müssen jedoch meist nicht komplett auf gesundes frisches Obst verzichten. „Betroffene können vor allem auf fruchtzuckerarmes Obst zurückgreifen. Dazu zählen beispielsweise Himbeeren, Zitrusfrüchte oder Kiwis. Kombiniert mit Quark oder Joghurt ist Obst oft bekömmlicher, denn die darin enthaltenen Fette und Eiweiße verlangsamen die Verdauung. So wird der Fruchtzucker langsamer und damit verträglicher aufgenommen“, so Petzold. Künstliche Süßstoffe wie Sorbit, Xylit und Isomalt, die oft in Diät-Getränken, Joghurt und anderen Lebensmitteln stecken, sind dagegen nicht zu empfehlen. Sie können die Beschwerden sogar verschlimmern.

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